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Kleine Recherche

Auf dem Grabmal von Ludwig Droste ist ein Stern. Ein Davidstern? Das kann nicht sein. Denn Ludwig Droste war Christ und Stadtbaumeister und 47 Jahre alt, als er 1861 begann, einen neuen Friedhof zu gestalten: den „Stadtfriedhof am Engesohder Berge“. Es war der erste kommunale Friedhof in Hannover. 

Warum ein sechszackiger Stern auf seinem Grabmal? Ist ein „altes christliches Symbol“, sagt 2019 die Landschaftsgärtnerin. Das ist doch „wie das Hexagramm an der Marktkirche“, sagt ein älterer Herr, auch 2019. Ein „Lebenszeichen“ ist es –  so steht es doch in einem kirchenpädagogischen Faltblatt der Marktkirche! Von 2000. Oder dies: „ein Sinnbild des Alten Testaments“ – so die Homepage der Marktkirche zwanzig Jahre später. 

Dabei ist die Antwort ganz einfach: Ludwig Droste war Freimaurer in der Loge „Friedrich zum weißen Pferde“. Deren Logo enthält zwei übereinander gelegte (nicht: ineinander verschränkte) Dreiecke. Natürlich ist es kein Davidstern. Und auch nicht derselbe Stern wie am Marktkirchen-Turm. Man müsste nur nachschauen: in Lexika, im Internet... Es wäre so einfach. Manchmal ist es anders. Manchmal gibt es mehr als nur die eine Deutung, die wir zu kennen vermeinen. Überall. Ausrufezeichen.